Etape Bornholm – ein Marathon in 5 Tagen

[Bild: etape-bornholm.dk] Als wir unseren diesjährigen 2-wöchigen Sommerurlaub auf Bornholm planten, wurden wir auf die Laufveranstaltung Etape Bornholm aufmerksam. 42,195 km verteilt auf fünf relativ kurze Etappen, die an fünf aufeinanderfolgenden Tagen stattfinden. Das klang einerseits nach einem vergleichsweise lockeren Urlaubsvergnügen, andererseits kamen uns auch Bedenken: An mehreren Tagen jeweils ein Rennen auf teilweise sehr ungewohntem Terrain – lassen unsere Kondition und unser Bewegungsapparat das zu? Wir waren gespannt.

 


1.Etappe Hasle – 10 km Stadt- und Waldlauf

Etappe1
Quelle: Viking Atletik

Streckenverlauf

Nach dem Start an der Räucherei im Hafen ging es nach 500 m in einer Serpentine 20 Höhenmeter aufwärts. Bis Kilometer 5 liefen wir relativ flach auf Asphalt aus der Stadt heraus, dann folgten ein längeres Stück auf Schotterwegen und ein Trampelpfad über eine Campingplatz-Wiese. Auf den letzten 2 km durch die Stadt gab es noch deutlich spürbare Steigungen.

Antjes Eindruck

Die vom Veranstalter als schnell und eher flach beschriebene Strecke empfand ich als eher hügelig. Meine Sorgen bezüglich der Streckenverläufe an den folgenden Tagen verstärkten sich.

Eilerts Eindruck

Aufgrund der hohen Temperaturen (22oC, aber in der Sonne sehr heiß) und der Steigungen einer der anstrengendsten 10 km- Läufe, die ich absolviert habe.

 


2.Etappe Dueodde – 5,8 km Strand- und Dünenlauf

Etappe2
Quelle: Viking Atletik

Streckenverlauf

Nach dem Start am herrlichen Sandstrand ging es zunächst ca. 1 km am Wasser entlang, dann liefen wir zickzack über einen Campingplatz und wieder zurück ans Wasser. Die letzten 1,5 km verliefen durch und über die Dünen, größtenteils durch tiefen, feinen Sand. Die Zielgerade am Leuchtturm durften wir auf Asphalt laufen.

Antjes Eindruck

Zum ersten Mal erlebte ich Staus bei einem Lauf und beschloss Strand und Dünenläufe zukünftig zu meiden. Das Bad im Meer im Anschluss an den Lauf war sensationell!

Eilerts Eindruck

Optisch sehr schöner Lauf, aber vor allem in den Dünen sehr anstrengend. Auch wenn ich sonst gerne länger laufe haben mir 5,8 km wirklich gereicht. 

 


3.Etappe Almindingen – 7,8 km Waldlauf

Etappe3
Quelle: Viking Atletik

Streckenverlauf

Der Start fand auf der Straße statt, dann ging es in den Wald. Auf dem zweiten Kilometer mussten wir 50 Höhenmeter überwinden, danach ging es laufend auf und ab. Der letzte Kilometer war einschließlich Zielgerade ansteigend.

Antjes Eindruck

Das Bergablaufen hat richtig viel Spaß gemacht, aber es beanspruchte die Oberschenkel sehr. Trotz der teils herrlichen Ausblicke, bleibt mir diese Etappe als nicht enden wollende An- und Abstiege in Erinnerung.

Eilerts Eindruck

Das Laufen auf den Waldwegen hat richtig Spaß gemacht und ging besser als erwartet. Das hing sicher auch damit zusammen, dass ich an Steigungen – mit Ausnahme der Zielgeraden – meine Kräfte eingeteilt habe.

 


4.Etappe Hammeren – 8,5 km Berglauf – „Königsetappe“

Etappe4
Quelle: Viking Atletik

Streckenverlauf

Sofort hinter dem Start auf Meereshöhe am Hafen mussten wir eine 15%ige Steigung hoch laufen. Bis zum Ende des zweiten Kilometers, liefen wir überwiegend bergan bis auf eine Höhe von 85 m. Bis Kilometer 5 ging es überwiegend runter (bis auf 12m NN), dann folgte ein schönes flaches Stück an einem See entlang durch den Ort Sandvig, bevor es auf einen felsigen Wanderpfad ging. Der Höhepunkt waren die letzten 500 m, auf denen 64 Höhenmeter mit bis zu 18 % Steigung zu überwinden waren. Dabei ging es zunächst über einen sehr steilen Wanderpfad und die letzten 200 m auf einer sich schlängelnden schmalen Asphaltstraße hoch bis zum Ziel am Leuchtturm Hammer Fyr.

Antjes Eindruck

Vor der landschaftlich schönsten Etappe hatte ich aufgrund der starken Steigungen am meisten Angst. Letztendlich war der Lauf ein tolles Erlebnis, da ich die sehr steilen Abschnitte im zweiten Teil des Laufs walkte und es so schaffte, meine Kräfte gut einzuteilen.

Eilerts Eindruck

Da ich auf den ersten Steigungen etwas Kräfte gespart hatte, bin ich in der erhofften Zeit über die Etappe gekommen. Die steilen letzten 500 m waren eindrucksvoll: Die Straße mit Anfeuerungsparolen beschrieben, links und rechts das Spalier aus anfeuernden Zuschauern, das bot wirklich die angekündigte Tour-de-France-Stimmung, die ich allerdings aufgrund akuten Sauerstoffmangels nur noch teilweise aufnehmen konnte. 

 


5.Etappe Rønne – 8,5 km Stadt- und Waldlauf

Etappe5
Quelle: Eilert

Streckenverlauf

Zunächst wurden wir durch die Innenstadt und das Hafengelände geführt. Dann ging es 3 km über Waldwege, bevor wir die letzten 2 km über Straßen und Radwege zum Ziel auf die Laufbahn ins Stadion geführt wurden.

Antjes Eindruck

Die flachste Etappe der Laufserie war landschaftlich unspektakulär und führte mich an meine persönliche Grenze. Nachdem die ersten 5 km trotz eines längeren Anstiegs sehr gut liefen, fehlte mir die Kraft für die letzten 5 km. Ich kam ins Ziel, aber konnte mich zunächst kaum über die Gesamtleistung freuen, da ich zu erschöpft war und meine Waden kurz vorm Krampfen waren.

Eilerts Eindruck

Ich hatte mir vorgenommen ungefähr im Halbmarathon-Renntempo zu laufen. Dadurch hielten sich die Anstrengungen in Grenzen. Am Ende konnte ich  mich darüber freuen, den Etappenmarathon in weniger als drei Stunden (2:59:08) gefinisht zu haben.

 


Das fiel uns auf:

  • Gut organisierter Start: Bei der Anmeldung zum Lauf musste jeder seine 10 km-Bestzeit angeben und wurde daraufhin für alle Etappen einem Startblock zugeordnet. Zwei Helfer sperrten die Startblöcke nach vorne durch ein Tau ab und führten die Läufer zum Start. Gestartet wurde in 45-Sekunden-Intervallen. Das klappte hervorragend. Es gab nach dem Start kaum Gedränge.
  • Sehr unterschiedliche Untergründe, auch Wiesen- und Waldboden auf den beiden Stadtstrecken. Nicht nur bei der vierten Etappe gab es Stellen, wo man genau aufpassen musste, wohin man den Fuß setzt.
  • Auf allen Etappen gab es viele Zuschauer.
  • Ein internationales Teilnehmerfeld: neben den Dänen viele Schweden, überraschend viele Norweger, eine Reihe von Deutschen und einzelne Teilnehmer aus vielen anderen Ländern. Es siegten ein Kenianer und eine Äthiopierin, die für einen dänischen bzw. schwedischen Verein starteten.
  • Der Frauenanteil war mit 43% relativ hoch.
  • Im Zielbereich gab es immer drei Sorten Obst, Getränke und einen Proteinshake, aber kein alkoholfreies Bier, obwohl eine Brauerei, deren alkoholfreies Bier wir jeden Abend nach den Läufen tranken, die Veranstaltung sponserte.
  • Außer in Rønne gab es keine Duschen nach den Läufen.
  • Die eigene Leistung konnte man sofort nach dem Lauf auf Touch-Screen-Terminals oder über eine App abrufen.
  • Der Fernsehsender TV2 Bornholm übertrug die Etappen live und sendete jeden Abend eine 45-minütige Zusammenfassung um 22.12 Uhr im Fernsehen, in der wir uns mehrfach sehen konnten.

Fazit:

  • Eine abwechslungsreiche, gut organisierte, fordernde Laufveranstaltung auf einer sehr schönen Urlaubsinsel!

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