„Spitze Steine, schwere Beine, Aussicht keine“ – Hannes Bericht vom Pfingst-Trainingslager im Harz

Über Pfingsten haben sich die Laufrauschler Ahmed, Eilert, Klaus, Manuel, Thomas und Hanne wieder mit Trainer Arnie und weiteren 10 Lauf- und Radsportbegeisterten zum Trainingslager in Bad Lauterberg im Harz getroffen – gespannt auf neue Strecken und neue Übungen im Athletik- und Faszientraining.

Los ging es am Freitag gleich mit einer lockeren Runde um den Wiesenbeker Teich (ach ja, da steht ja dieses verlassene Hotel, was das wohl kostet?). Ok, weil’s so gut läuft, machen wir zwei Runden draus und fragen uns, ob wohl gleich am ersten Tag die Spreu vom Weizen getrennt wird und wir uns nicht doch besser in verschiedene Leistungsklassen aufteilen? Papperlapapp, nicht notwendig, die schnelleren Läufer können sich ja mit ein paar Bergsprints beschäftigen. Zurück im Hotel schnell geduscht und ab in den Garten zur ersten Einheit Athletiktraining. Perfekt angeleitet und in Intervalle getaktet, gucken wir also, was Bauch, Arme und die anderen vernachlässigten Muskelgruppen so bringen. Halbe Stunde, geschafft – Erholung verdient. Nach dem Abendessen suchen wir alle passendes Schuhwerk für die anstehenden Bergtouren aus und versorgen uns mit Tipps und Tricks für die nächsten Tage.

Der Samstag startet mit Faszientraining bei Ulrike, wir wollen ja nicht nur die Berge erklimmen, sondern auch beweglicher werden. Schön sanft anfangen mit Augengymnastik – dann werden unter anderem Rücken und Schultern flexibilisiert. Der heutige Lauf führt uns stramm bergauf auf den Großen Knollen: vom flotten Bergläufer bis zum flotten Berggeher sind wieder alle Leistungsklassen dabei – und alle gemeinsam sind wir richtig glücklich, als wir oben sind. Die Zusatzschleife schenken wir uns, da wir aufgrund der schwülen Luft doch ein Gewitter fürchten. Bergab kommen erste Kenia-Gefühle auf, auch wenn die Pace davon erschreckenderweise doch noch ganz schön weit weg ist. Flott muss es aber weiter gehen, denn auf den letzten drei Kilometern wird es doch ganz schön nass von oben, herrliche Abkühlung und wir sehen endlich richtig nach Trail aus. Im Hotel können wir Justine noch die letzten Kuchenstücke abluchsen, bevor wir uns zum Athletiktraining in der Halle treffen. Klar macht das Spaß, machen ja auch alle begeistert mit und Arnie hat sich wieder richtig abwechslungsreiche Übungen ausgedacht.

Diesen Feierabend haben wir uns also auch verdient, bei herrlichem Wetter auf der Dachterrasse, so lässt es sich doch aushalten.

Auf der Dachterrasse,  © Foto- und Bilderwerk

Pfingstsonntag – rauf auf den Brocken! Aber nicht sofort, erst wieder Augen beweglich machen, Rücken, Schultern und Hüften mobilisieren. Danke Ulrike, das tut so weh und gut! Wir warten noch eben, bis sich der Regen verzieht und fahren nach Schierke, wundern uns über Toilettenpreise- und kameras und starten unsere Brockentour. Also jetzt nicht mit der Bahn, sondern gelaufen, wo es geht und flott über Stock und Stein durch das Eckerloch geklettert. Das macht Riesenspaß und ist irgendwie ein bisschen wie Lauf-ABC.

Am Eckerloch, Foto: Katja

Das letzte Stück zieht sich ganz schön, aber bald haben wir es alle geschafft und freuen uns über unser Gipfelfoto.

Gipfelbild,  © Foto- und Bilderwerk

Zeit für eine kurze Zwischenbilanz: Spitze Steine? Ja. Schwere Beine? Och, ja, vielleicht auch. Aussicht? Aber ja, da haben wir dieses Jahr Glück!

Auf dem Brocken, Foto: Martin
Panoramablick beim Brockenabstieg, © Foto- und Bilderwerk

 

Feuchter Trail, © Foto- und Bilderwerk

 

Vier Männer aus unserer Gruppe zieht es eine größere Runde um den Brocken bergab, wir anderen laufen den direkteren Weg über die ehemalige Sommerrodelbahn zurück nach Schierke – schöne Geschichten vom Einheimischen gibt’ s noch als Zugabe. Im Hotel kurz noch mal Beine hochlegen, von „unserem Hotel“ am Wiesenbeker Teich träumen (könnten wir da nicht so ein Laufhotel für Oldenburger Lauffreunde eröffnen? Für einen Euro müsste das doch zu kaufen sein! Moment, so viel wie einmal Toilette in Schierke? Egal.) und ab zur schnellen und intensiven letzten Athletikrunde.

Montag gibt es noch einmal Faszientraining mit Ulrike, nach dem Frühstück eine Abschlussrunde (nein, wieder zwei) um den Wiesenbeker Teich und das wunderbare Gefühl, das gesamte Pfingstwochenende so richtig schön Sport gemacht zu haben. Danke, Arnie, für die tolle Vorbereitung und Betreuung und danke, Gruppe, für die intensive und lustige Zeit! Für das nächste Jahr haben wir uns auch die große Brockenrunde vorgenommen – ganz bestimmt!

 

Schreibe einen Kommentar

Zur Werkzeugleiste springen