” Wissenschaftliche Studie ” zum Thema: Wie wird man schnell?

Im Rahmen der alljährlichen Qualitätssicherung fanden sich am vergangenen Mittwoch  mehrere Sportler des Teams Laufrausch Oldenburg im Marschwegstadion ein. Um die anstehende Validation auch qualitativ auf höchstes Niveau zu bringen, wurden vorher vier Läufer mit einer ganz unterschiedlicher Vorbereitung betraut.

Manfred wurde ( natürlich auf Vereinskosten! ) zum Höhentraining ins Kleinwalsertal nach Österreich geschickt, wo er bepackt mit einem 20 kg schweren Rucksack an zwei anspruchsvollen Rennen über insgesamt 44 km in 2.600 m Höhe teilnehmen mußte und nur österreichische Spezialitäten wie Blunzengröstl, Beuschel oder Geselchtes zu sich nehmen durfte – der Cholesterinspiegel sollte möglichst hoch sein …

Jörg hatte in der Vorbereitungswoche bei langen Einheiten mindestens die dreifache Marathondistanz zu bewältigen, sollte zwischendurch Fahrtspiel, Tempotraining sowie das Laufen mit Sauerstoffmaske ausprobieren und im Schnitt etwa 5 min / km schaffen, während seine Ernährung vorwiegend bis ausschließlich aus kohlenhydratreicher Kost, wie etwa Cornflakes oder Toastbrot mit Mango-Marillen-Konfitüre bestehen sollte.

Jürgen mußte wegen einer langen Verletzungspause viel unreines Blut und Schlacken abbauen – und um auch Sehnen, Bänder, Knorpel und Gelenke wieder auf Vordermann zu bringen, absolvierte er eine Woche lang jeden Tag zwei Tempoeinheiten ( besonders hervorzuheben ist die Einheit morgens um fünf, um den Alltag der Familie nicht unnötig zu beeinträchtigen … ). Zur Unterstützung des anspruchsvollen Programmes verordnete ihm Rainer, der die Betreuung des Verfahrens leitete und mit strenger Hand überwachte, eine Dosis von einem halben Liter Ackerschachtelhalm-Konzentrat vor dem Frühstück.

Und Eike sollte einfach mal gar nichts machen – keine Gymnastik, kein Faszientraining, er sollte weder laufen, schwimmen noch Rad fahren; ja, er sollte in der Woche vor dem Wettkampf möglichst lange am Schreibtisch sitzen und geistige Arbeiten verrichten – sein mentales Ich sollte den Körper quasi vergessen – außer dringende Toilettengänge und die Einnahme der vorwiegend aus Rohkostsalaten zusammengesetzten Mahlzeiten sollte ihn nichts dazu nötigen, die sitzende Position verlassen zu müssen …

Beim obligatorischen Medizincheck durch den Vereinsarzt, eingehender Besprechung der Anamnese sowie relevanter Beeinträchtigungen durch Sozialisation und genetische Disposition unserer Aspiranten, stand dem für den Abend vorgesehenen Lauf über die 5.000 Meter-Distanz eigentlich nichts mehr im Wege … Ok, beim Manfred kamen wir um eine Magenspülung nicht herum und Jörg mußte kurzfristig sedierende Antidepressiva schlucken, Jürgen bekam, wie dazumal Evi Sachenbacher-Stehle, eine anständige Dosis Methylhexanamin und Eike zwei Spritzen in den Rücken und ein paar Psychopharmaka.

Nachdem Rainer mit den Probanden die Renntaktik und die richtige Tempoeinteilung besprochen hatte, setzten alle vier ihre mitgebrachten Kopfhörer auf und legten ( wegen der Chancengleichheit ) unterschiedlich schwere Bleiwesten an, postierten sich an der Startlinie und ab ging die Post. ” … Überraschung, Überraschung “, dachten eingeweihte Beobachter und Kenner der Materie, denn Eike und Jürgen, denen man im Vorfeld kaum etwas zugetraut hatte, machten die Pace, während Jörg und vor allem Manfred stark ins Trudeln kamen und zurückfielen. Am Ende erreichte Youngster Eike 18:30 min, Jürgen kam auf respektable 18:54 min, während Jörg ( 19:24 min ) und Manfred ( 19:45 min ) für ihre Verhältnisse quasi versagten und einbrachen …

Da die Studie zunächst detailliert ausgewertet und beschrieben wurden muß, versteht sich von selbst, dass an dieser Stelle noch nicht zu viel vorweg genommen werden darf – zumal Runner´s World, Süddeutsche Zeitung und Titanic für April 2018 planen, jeweils eine Sonderseite mit einer umfassenden Darstellung der Ergebnisse herauszubringen.

Da wir aber auf der Vereinsseite sozusagen unter uns sind, kann schon mal verraten werden, dass vieles darauf hindeutet, dass langes Sitzen und Salatessen, mehrmaliges Tempobolzen und Ackerschachtel-Konzentrat ganz offensichtlich die probaten Mittel sind, mit denen man so richtig schnell wird als Läufer – aber wir wollen nichts vorweg nehmen – die Auswertung dieser umfassenden Studie wird sicher mehrere Wochen, vielleicht sogar Monate in Anspruch nehmen – wir melden uns wieder …

Unser Bild zeigt die völlig zerknirschten Verlierer Jörg und Manfred sowie Andreé, der wegen seiner unprofessionellen Grundhaltung von Rainer schon in einer frühen Phase aus dem Programm genommen wurde … An dieser Stelle darf natürlich nicht versäumt werden, allen Probanden für ihre Einsatzbereitschaft und vorbildliche Leidenschaft, die sie im Dienste der Wissenschaft und zum Wohle der Gesellschaft erbracht haben – vor allem aber gebührt Rainer der Dank der ganzen Laufgemeinschaft! Mit Fug und Recht können wir sagen: Wir sind auf dem richtigen Weg! Weiter so!

Im Namen der Redaktion
Sid

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