Läuferbeine = Die wahren Helden!

Am 19.08. war es mal wieder so weit: die kenianische und europäische Laufelite war angereist, …um sich vom Team Laufrausch durch die Straßen von Schortens jagen zu lassen.

Da der 10km-Lauf zu kurz für die durchtrainierte Truppe ist und somit ohne offizielle Vereinsbeteiligung stattfand, wird nur vom 10-Meilen-Lauf berichtet (Tanja F war inkognito als „Lauf geht´s“-Trainerin am Start und lief zusammen mit einigen Schützlingen in 1:14:36 ins Ziel).

Bei den bisherigen Wettkampfberichten kamen die wahren Hauptdarsteller immer etwas zu kurz. Vom Jever Fun Lauf haben wir daher einige Kommentare der Läuferbeine mit eingefangen.

Um diese Beine (exemplarisch) geht es in dem Artikel

Nach dem Startschuss, der erfreulicherweise während einer Regenpause ertönte, die bis zur Siegerehrung andauerte, bildete sich ein kleines Stück hinter den Profis eine Gruppe, der auch 6 Laufrausch-Beine angehörten. Jürgen, Till und Jörg liefen zusammen mit 3 anderen Läufern im Gleichschritt den ersten KM. Die äußeren Bedingungen hätten kaum besser sein können, so dass das Anfangstempo automatisch recht ambitioniert war.

Pünktlich zum ersten KM-Schild mit einer Durchgangszeit von 3:52 meldeten sich dann die Beine von Till mit der Anmerkung, dass dieses Tempo ja wohl nicht ernsthaft für 16km angepeilt werden soll. Da Tills Beine sehr erfahren sind, nahm sich ihr Besitzer den gutgemeinten Rat zu Herzen und ließ es fortan etwas ruhiger angehen, was ihm dann mit einem recht konstanten Rennen und einer Pace gedankt wurde, die 2 Sek unter der HM-Pace von vergangener Woche in Wardenburg lag. Alles richtig gemacht und in 1:07:00 gefinisht.

Jörgs Beine hielten die 3:52 für eine Fehlmessung und ließen es weiter im Windschatten von Jürgen rollen. Fühlt sich zu gut an, um falsch zu sein… und so ging es Kilometer für Kilometer weiter, bis sich irgendwann bei KM 6 die Gruppe mit Jürgen langsam verabschiedete und sich Jörgs Beine auf ein Tempo zwischen 4:05 und 4:10 einrollten, was sich immer noch rund anfühlte und noch Luft für einen schnellen letzen KM mit Endspurt für eine Sub 1:06 ließ.

Jürgens Beine hielten den Hinweis auf Trainingsrückstand und zu viele Kilos in der oberen Körperhälfte für unwichtig und bissen sich in einer 3er Gruppe fest, die recht konstant die KM in 4er Pace abspulte. „Einen Kilometer bleiben wir noch dran“ war ihr Mantra, was bis KM 12 auch beeindruckend funktionierte. Danach hieß es: alleine weiterquälen bis ins Ziel… das in 1:05:05 erreicht war. Echte Wettkämpferbeine!

Eilert und Junior Ole (1:07:27 und 1:07:26) hielten sich in Sichtweite von Till, wobei Eilerts Beine zu zwei Erkenntnissen kamen: eine lange Verletzungspause ist kein Grund langsam zu laufen (wie auch immer das funktioniert. Darüber sollte Eilert einen Bericht schreiben) und WIR SIND SCHMERZFREI! Herzlichen Glückwunsch zu Beidem. Ob man Eilert dazu beglückwünschen soll, dass Oles junge, unverbrauchte Beine ihn in einem Endspurt stehen ließen, oder ob der Gedanke „dir treten wir gleich in den Hintern“ kurz aufkam, entzieht sich unserer Kenntnis. Die Beine von Familienmitglied Nr. 3, Antje, wurden leider von ihrer Besitzerin nicht informiert, dass es bei 17 Sekunden schnellerer Endzeit (1:41:45) zu einem Podestplatz gereicht hätte, aber irgendjemand musste ja auch die Pommes halten, während Junior und Gatte auf die Bühne hüpften. Da hat wohl das selbstlose Mutterherz über die Beine gesiegt 😉

Tanja Lis Beine zeigten sich durch 6 Wochen Tempotraining mit dem Team Laufrausch und Georg in hervorragender Form, und absolvierten die 10 Meilen in 1:16:26 ziemlich genau 1 Minute schneller als geplant. Da die entscheidenden Muskelfasern in ihren Beinen durch das Training bei uns in den letzten Wochen fit gemacht wurden, verbuchen wir das Ergebnis trotz Meldung über Brake Lauffeuer als Laufrausch-Leistung.

Von Ulis Beinen fehlt leider ein Bericht. Vielleicht verrichteten sie auch stumm ihren Dienst. Ein eingespieltes Team braucht ja manchmal keine Worte. Die obere Hälfte war jedenfalls hinterher sehr zufrieden mit ihrer Arbeit und dem Ergebnis von 1:26:22.

Von Ole S Beinen liegt nur eine Zeit vor (1:15:04), die aber vermuten lässt, dass das ein gelungener Lauf war.

Diese als Gäste angereisten Läuferinnen und Läufer haben wir ausnahmsweise vorgelassen

 

Dem geneigten Läufer sei übrigens gesagt, dass das Ziel „nicht von den Kenianern überrundet werden“ nicht erstrebenswert ist. Diese begnadeten Läufer an einem vorbeifliegen zu sehen ist ein Erlebnis, dass einem schließlich sonst kaum irgendwo  geboten wird. Einer Überrundung durch den Trainer (8. Platz in 52:26) zu entgehen, ist dem überwiegenden Teil der Laufrauschler jedenfalls gelungen, was Sticheleien am Donnerstagabend verhindern dürfte.

Dass im Zeitfenster von 1:05:05 bis 1:07:27 auf Platz 21 bis 25 fünf Laufrauschler hintereinander ins Ziel kamen, dürfte den Kommentator vermutlich etwas irritiert haben…. macht sich in der Ergebnisliste auf jeden Fall sehr gut!

Diszipliniert wie im Training! Belgische Reihe in Schortens

Insgesamt war der Jever Fun Lauf wieder eine sehr gelungene Veranstaltung mit guter Organisation, toller Stimmung, klasse Ergebnissen und einigen Podestplätzen für unseren Verein.

2 Gedanken zu „Läuferbeine = Die wahren Helden!

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