Wurmberg Challenge 2017

Die Härte im Harz.

Ich wollte ja nicht. Bereits vor Monaten wurde die Wurmberg Challenge als Ersatz für den in diesem Jahr nicht stattfindenden Harzer Keiler proklamiert. Den hab ich beim letzten Mal auch nur mit Uwe freundlicher Unterstützung (Räuberleiter und Moral) geschafft. Die ganzen Wasserhindernisse ... aber immerhin im warmen Juni und nicht Ende Oktober. Also nein, nicht mit mir!

Wenn dann aber ein verletzter Uwe mit seinem Startplatz als Geschenk um die Ecke kommt, was soll ich machen? Also hin da. Mein treuer Laufpartner Klaus ließ mich auch dieses Mal nicht im Stich und meldete sich ebenfalls an, obschon er auf Grund seiner deutlich „schnelleren“ Figur kein Freund von Kälte ist. Tapfer!

Los geht‘s.

Die Wettervorhersage versprach uns, dass wir zumindest von oben trocken ankämen, wenn wir das Ding in 3.5 Stunden schaffen. Das ist doch ein Ziel. Um 9.00 stehen wir also mit 400 Leutchen, die die „Kill me again“ Strecke über 24 km (2 Runden mit je etwa 500 hm) gewählt haben, am Kurteich in Braunlage. Sehr lustiger Start: Vom Steg ins knietiefe Wasser. Ich prelle mir gleich mal beim Abrutschen am Steg die recht Pobacke, aber auf einen blauen Fleck mehr oder weniger kommt‘s ja nicht an. Außer der Erfrischung hat man auch gleich jede Menge Schmodder und Steinchen im Schuh.

Ganz am Anfang. Noch sauber.

Die Strecke führte auf zumeist breiten Wanderwegen bergauf. Eine Holzwand (Klimmzug statt Räuberleiter wäre auch mal schön), ein Anhänger mit Baumstämmen (hooooch), hier und da mal krabbeln. Dann die Skipiste, quasi Naturhindernis. Rauflatschen, runter traben, paar Reifen und Strohballen, wieder hoch. Allmählich geht es Richtung Gipfel. Aus Vorsicht haben wir unsere Uhren nicht mitgenommen, deshalb wissen wir nicht, wie weit wird sind.

Rutschen und frieren.

Die Sprungschanze kommt in Sicht. Mit einer bewässerten Plane zum runterrutschen. Lustig, kenn ich schon vom Harzer Keiler. Allerdings gucken die Leute, die unten ankommen, gar nicht belustigt. Hm. Erstmal anstehen, dann geht‘s ab ... wie Schmitz Katze! Keine Chance zu bremsen – und ab in die Mischung aus Gras, Schlamm und Schotter, die sich durch die vielen Leutchen vorher am Ende ergeben hat. Tut das WEH! Hände, Hintern ... aber ist ja auch kein Ponyhof hier. Nun geht‘s die Treppe rauf zum Gipfel. Freundlich weist mich Klaus darauf hin, dass meine Hose die Landung nicht überstanden hat und mein Hintern frei liegt. Schamgefühl gegen Temperatur – also Jacke aus und umbinden, will mich ja nicht in Verruf bringen!

Nun ist es auf 900 m Ende Oktober recht zugig. Klaus erweist sich als Retter, hat er doch sein Veranstaltungs-Shirt vorher abgeholt und einfach auch noch drüber gezogen. Ich krieg es und muss nicht mehr frieren. Na gut, muss ich doch, denn oben kommt, neben Verpflegung, einem recht hohen Netz-Hindernis und einer Holzwand, nun auch endlich das Wasserhindernis, das dafür sorgen wird, dass wir wie Wildschweine aussehen. Und das ist KALT. Und braun. Jetzt hab ich echt Bammel, dass Klaus abbricht, so kalt ist das. Er äußert auch Zweifel, ob er weitermacht.

Leider nicht wir auf dem Bild, aber ein guter Eindruck.

Aber erstmal wieder runter vom Berg, entspannt ein paar km bergab, nur mal krabbeln zwischendurch und ein kleines Holzhindernis. Huch, und schon geht‘s in Runde zwei! Bis dahin sind wir natürlich wieder warm gworden, und das Loch lässt Klaus einfach beim nächsten Mal aus.

Runde zwei.

Der Gipfel naht zum zweiten Mal.

Nun sind auch die Kurzstreckler mit auf der Runde. Sie sind sauber, sie sind fröhlich und sie sind viele. Das führt hier und da zu echt langen Wartezeiten.

Meine Gedanken kreisen um die böse Rutsche. Aber das Universum hat ein Einsehen – erst hat einer den Schlauch rausgerissen, dann noch jemand die Plane abgefetzt. Also nichts mit rutschen, juhu! Ratzfatz geht die Runde vorbei – das Ziel naht, allerdings wurde zur Zuschauerbelustigung ein Parcours davor aufgestellt, nochmal Holzwände, unter einem Auto durch ... ANGEKOMMEN! Beim Bier in der Hand ging dann der Regen los. Gut getimed!

Das letzte und härteste Hindernis war allerdings (bei den Damen) die eiskalte Dusche, unter der man doch geraume Zeit verbringt, um die Dreckschichten wenigstens notdürftig zu entfernen.

Uwe? 2018 im Oktober schon was vor?

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