Nachts, wenn alles schläft…

…solltest du Halbmarathon laufen. Oder, im Fall von Manfred, Marathon.

Michael Groth veranstaltete diese Verrücktheit zusammen mit der Volkshochschule. Und ich wollte um eine Erfahrung reicher werden. Was sagt der Biorhythmus dazu? Die Verdauungsorgane? Die Leistungsfähigkeit? Also: angemeldet.

Der Start für den Marathon: humane 0.00 Uhr.

 

Da schläft man natürlich nicht vorher. Aber wenn man um 2.00 Uhr zum HM startet? Oder gar um 4.00 Uhr zum 10-km-Lauf? Es wurde heiß diskutiert. Ich hab mich für’s Wachbleiben entschieden und einen langen Film geschaut. Um 1.00 Uhr bin ich in der VHS aufgeschlagen, Startnummern abholen. Müde Gestalten hingen in den Sesseln – eine unwirkliche Stimmung vor einem Lauf. Für Mutige hätte es Craft Beer gegeben, auch eine Bratwurst-/Kaffeebude war am Start. Ich hab mir die Zeit mit einem Plausch mit Tanja vertrieben, die sich auch für den HM entschieden hat.

Einweisung vor dem Lauf um 01:30 Uhr. Leider musste die Streckenführung auf Grund einer Baustelle leicht geändert werden – was den Halbmarathon zu einem Ü22-Lauf machte und den Marathon zu Ü46. Ausgerechnet der Stinkepfad am Klärwerk musste hin und zurück bewältigt werden, müffel, müffel. An dieser Stelle war auch klar, warum eine Stirnlampe obligatorisch war. Sonst hätte es einen schon in die Brennnesseln hauen können im Dunkeln. Ansonsten war die Strecke aber zivilisiert, führte ab VHS an der Weser Ems Halle vorbei zum Klärwerk, dann über die Eisenbahnbrücke Richtung Stedinger Straße, am Bowling Center vorbei, dann an der Hunte zur Cäsilienbrücke, rüber, zurück an der Hunte, über die Amalienbrück (Höhenmeter durch Treppen!).

Als Highlight waren zwei Parkhäuser geöffnet, also die Spiralen hoch und runter in den Schlosshöfen und das gleiche nochmal am Waffenplatz – mit Livemusikuntermalung im 4. Stock, wo ein tapferer Gitarrespieler der Dunkelheit trotzte.

A propos trotzen: nach der Hitzeperiode war es doch ganz schön kalt in der Nacht – das T-Shirt fühlte sich viel zu dünn an. Vor allem an den roten Ampeln, an denen wir warten mussten, von freundlichen Streckenposten bewacht. Warten mit Startnummer macht einen ganz schon juckig!

Aber weiter auf der Strecke: Wallanlagen, Heiligengeiststraße, Pferdemarkt und ab der VHS Runde 2 (bzw. 2, 3, 4).

Flugs den bibberndes Körper in den Duschwagen verfrachten – und dann: aaaaah! Das Frühstücksbuffet! Gigantomanisch und auch noch korrekt regional, auch mit veganer Ecke. Einfach ein Fest, das ich mit Ole gemeinsam genoss, während wir nach unserem Marathoni Ausschau hielten. Den trafen wir aber erst beim Verlassen des Speisesaals. Er hatte sich mit Freunden auf der Strecke Zeit gelassen – gegönnt sei es ihm nach dem schnellen 10er in Barßel!

Dann: ab ins Bett. Ja, was hat der Biorhythmus gesagt? Nachts laufen ging “ganz normal”, aber die zwei Tage danach hab ich doch recht jämmerlich aus der Wäsche geschaut und auch so ausgesehen. Aber das Abenteuer war’s wert.

Danke, Manfred, fürs Fotografieren unterwegs!

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