Lena, du hast es oft nicht leicht

Endlich wieder Anfang September – der Airborne ruft! In diesem Jahr war der Ruf etwas kläglich, ich hatte das eine oder andere Zipperlein, habe mich aber eine Woche brav geschont und dem Tag dann freudig entgegen gesehen. Laufpartner Klaus, der mich die letzten Jahre über die Hindernisse begleitet hat, fiel wegen Adduktorenzerrung aus und verdiente sich einen Karmapunkt als Helfer. Aber allein laufen ist doof: wer also mag an meiner Seite sein? Habe Klaus’ Startplatz in diversen Gruppen angeboten – und siehe da: in meiner Bürgerbusch-Trimmdich-Gruppe von Michael fand sich ein mutiges Mädchen! Lena ist in diesem Jahr in Löningen zum ersten Mal überhaupt Halbmarathon gelaufen, von Sand und Hindernissen ganz zu schweigen. Eine Nacht drüber geschlafen – und Startplatz geschnappt.

Der Samstag begann mit perfektem Wetter: Regen. Der macht den Sand leichter zu laufen. Zum Veranstaltungsbeginn dann herrlicher Sonnenschein (wie immer, glaube ich). Die Sonne strahlt mit den Helfern und den Teilnehmern um die Wette (die strahlen natürlich vor allem nach dem Zieleinlauf). Ein launiger Standortältester wurde zu den Waffen (der Startpistole) gerufen – peng – und ab geht’s in den wunderbaren Sandkasten.

 

Lena hält super mit, sehnt aber ab km 2 doch das erste Hindernis herbei. Am “Drunter und drüber” kann man sich tatsächlich ein bisschen ausruhen, indem man zwischen den Hürden geht. Die letzte, hohe, Wand muss eh mit Räuberleiter bezwungen werden – da muss man warten. Gut ausgeruht geht es weiter zu den bewährten Strapazen Reifen tragen, hangeln, kriechen, Wasserloch usw. Die tolle Blaskapelle höre ich auch in diesem Jahr nur von weitem, die machen ja immer Pause, wenn ich vorbeilaufe (auf meine Beschwerde hieß es, dann müsse ich halt schneller … jaja, ist ja gut).

Nach Dreiviertelstrecke überholt uns der führende 10-km-Läufer, die eine halbe Stunde nach uns auf die Strecke gegangen sind. Und der Junge kann nicht nur schnell rennen, der ist auch noch nett, grüßt im Vorbeilaufen und ruft uns aufmunternde Worte zu. Respekt!

Ein Fest ist immer das Publikum an dem einen oder anderen gut zu erreichenden Hindernis, das wirklich liebevoll anfeuert. Vereinskollegen wie Tomma und Rainer sind natürlich ganz besonders enthusiastisch.

Lena Löwenherz waren 10 km beim Debüt dann zwar genug – doch Hut ab vor dieser Leistung! Und im nächsten Jahr ist sie sicher wieder dabei und bringt noch ein paar wackere Recken mit.

Ich musste also allein weiter, hab ein paar launige Menschen überholt, allerdings auch eine Dame mit der irritierenden Einstellung, dass man Hindernisse weglässt, die zuviel Kraft kosten. Kriechen zum Beispiel. Da fehlen mir die Worte und ich wünsche mir bei so viel Unlust, dass die Leute aufgeschrieben und anschließend disqualifiziert werden. Wer sich nicht anstrengen mag, soll sich zu Hause die Nägel lackieren.

So, nun aber ab ins Ziel und den mahnend erhobenen Zeigefinger um den Henkel des Kaffeepotts gekrümmt. Meine Kollegin Tina und ihr 10 km-Team haben meinen Zieleinlauf mit La Ola begleitet – ein Fest! Schnell gesäubert vom Feuerwehrmann mit Schlauch gab es Zitronenkuchen und zufriedene Menschen um mich herum.

Ein besonders herzlichen Dank dem Orga-Team und den Helfern. Dieses Ding auf die Beine zu stellen macht viel Arbeit, aber auch viele glücklich!

 

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